Mittwoch, 9. Februar 2011

"Life live, bro!"

...sagt Heath. Ja, und das möchten wir! Und wir hatten mal wieder Lust auf feuchte Gummianzüge. Aber eins nach dem anderen.

Unsere "Shotover-Triple-Challenge" fing mit einer Jetboat-Tour auf dem Shotover-River an. Ein Jetboat hat ca. 500 PS, saugt vorne das Wasser ein und presst es hinten in einem dünnen Strahl wieder raus. Logischerweise sind sie dadurch ziemlich schnell und man kann damit auch über sehr flaches Wasser fahren. In die Dinger passen 14 Leute rein und sie sind oben offen. Und ohne Anschnallen natürlich.
Unser Pilot war Glenn. Zu den wirklich coolen Leuten in Neuseeland gehören - neben Rafting-Guides - die Jetboat-Piloten. Glenn war früher Cop und ist Jetboat-Pilot geworden, weil er Lust auf mehr Action hatte. Die Fahrt ging durch den Shotover-Canyon, der an einigen Stellen ziemlich eng ist. Und unser Glenn ist an einigen Stellen so nah am Felsen vorbeigeheizt, daß alle Passagiere den Kopf eingezogen haben - auch die, die nicht am Rand saßen. Die Spezialität der Jetboats ist der 360-Grad-Turnover. Dabei wird mit Karacho so in die Kurve gerast, daß sich das Jetboat um 360 Grad dreht. Der coole Glenn macht vorher ein cooles Zeichen, damit sich alle festhalten können. Der Shotover fließt durch eine sehr steile Schlucht und hat graublaues, eiskaltes Wasser, da es aus einem Gletscher kommt. Im Sonnenschein ein wirklich spektakuläres Bild. An einer Stelle saß am Flußufer ein Habicht, der sich erstmal nicht hat stören lassen. Er hat das Jetboat interessiert angeguckt und ist erst weggeflogen, als ihn die Wellen überrascht haben.

Dann weiter mit der ganzen Herde zum Raften. Die Prozedur mit den Umziehen kannten wir ja schon vom letzten Mal. Also alle anstellen, Anzug, Jacke und Schuhe anziehen, Helm und Schwimmweste abholen. Es wurde schnell gemütlich warm, weil wir die Mittagstour gebucht hatten und ein schwarzer Neoprenanzug nicht sehr atmungsaktiv ist. Dann 15 Min Fahrt mit dem Bus zum Helikopter-Landeplatz. Der Flug war der Wahnsinn. Der Pilot - natürlich saucool - ist geflogen wie ein Irrer und hat sich beim Flug durch die Berge schön in die Kurven gelegt. Teilweise war die Kabine nicht unter dem Rotor, sondern stand im 90-Grad-Winkel zum Boden. Das Mädel, daß neben dem Piloten saß, fand es wohl nicht ganz so lustig wie wir und hat sich am Haltegfriff festgekrallt und vor Schreck geweint. Vorallem, nachdem der Pilot den Hubschrauber so hat absacken lassen, daß wir kurz mal schwerelos waren. Parabelflug für Arme sozusagen. Der Pilot fands anscheinend ganz amüsant und hat in aller Ruhe eine Kotztüte rausgekramt und ihr angeboten. Anscheinend kann man einen Huschrauber auch freihändig fliegen...

Bis die anderen mit dem Bus am Startplatz angekommen sind, haben wir uns schonmal im Fluß abgekühlt. Die Strömung war schon im flachen Wasser so stark, daß man aufpassen mußte, nicht schonmal vorzutreiben. Freundlicherweise hat uns ein Jetboatpilot auch nochmal naßgespritzt.

Als alle da waren, gabs eine Sicherheitseinweisung: falls man reinfällt cool bleiben und im Fluß nicht aufstehen ("Knees don´t bend into that direction."), vorsicht mit den Paddeln im Boot usw. Endlich gings dann los! Unser Guide Heath hat uns gut beschäftigt ("Paddle hard, guys!"), es war aber auch zwischendurch mal Zeit für ein Schwätzchen. An einer ruhigen Stelle im Fluß konnten die Mutigen mal kurz schwimmen. Henning ist also im Raft geblieben und ich bin reingehüpft. Wassertemperatur ca. 6 Grad - Saukalt!!! Leider kamen wir alleine nicht mehr ins Raft rein. Die Strömung war stark, der Rand vom Boot relativ hoch und ein Neoprenanzug macht auch nicht grade gelenkig. Also wurden wir wie nasse Säcke ins Boot gezogen. Dann kamen die Stromschnellen, die wir vom letzten Mal schon kannten: "Jaw" (der gerne mal beißt), "The toilet", "The flush", "o shit", Pinball" und "mother-in-law". Nach dem Erdbeben in Christchurch hat sich allerdings auch eine neue gebildet. Vielen Dank dafür! Wir haben die Stromschnellen und den 170m langen Oxenbridge-Tunnel (angeblich der längste Rafting-Tunnel der Welt) natürlich ohne Umkippen bewältigt. Und sahen dabei auch noch verdammt cool aus. Gehört ja schließlich aus dazu! Schön wars mal wieder!!!

Sonntag, 30. Januar 2011

Nasse Gummihosen und geiler Schleim...

So, wir haben den Routeburn Track überstanden. Eigentlich eine sehr angenehme Wanderung, 32 km in 3 Tagen und nicht all zu viele Höhenmeter, aber das Wetter hat uns doch ganz schön zugesetzt. Aber eins nach dem anderen.
Erstmal mußten wir knapp 4 Stunden mit dem Bus fahren, um überhaupt zum Ausgangspunkt zu kommen. Und das um 7 Uhr morgens! Auf dem letzten Stück von Te Anau zur Divide, dem Startpunkt der Wanderung, sind wir mit 4 DOC Rangern zusammengefahren. Das DOC (Department of Conservation) ist die Naturschutzbehörde, die sich um die Nationalparks kümmert. Das heißt auch, Tiere, die das natürliche neuseeländische Tierleben bedrohen (wie zum Beispiel Possums, Ratten, Katzen, Hunde und Kaninchen) zu jagen bzw. Fallen zu stellen.
Interessant sind dann die Geschichten, die die Ranger untereinander erzählen. Zum einen, dass eine Mitarbeiterin das erste Mal auf Kaninchenjagd war, und dann genau erzählt hat, wie sie ihre 18 Kaninchen erlegt hat (und der Busfahrer nur so: "Wie, nur 18? Das ist ja gar nichts!"). Und dass die Kaninchen ja eigentlich ein sehr schönes Fell haben, aber man nichts so richtig daraus machen kann. Deswegen hatte sie überlegt, aus den erlegten Tieren kleine Fingerpuppen zu basteln. Mit Kopf und Körper und dem weichen Fell... Wär bestimmt der Riesenrenner... Oder dass sie von einem anderen Ranger ein Stück Wildfleisch bekommen hat, von dem sie nicht so genau wußte, was es war. Und es hat gestunken!!! Aber anstatt es wegzuschmeißen, hat sie es erstmal schön gekocht, und dann ein Curry draus gemacht, um den ekelhaften Geruch zu übertünchen.
Als wir sie dann auch ein paar Dinge gefragt haben und ins Gespräch gekommen sind und von unseren Wanderplänen erzählt hatten, meinte sie nur trocken: "Enjoy your dry feet!" Spaßvogel. Aber sie sollte recht behalten.
Am Startpunkt angekommen, ging es dann wechselhaft los. Leichter Nieselregen, etwas Sonnenschein, und immer bergauf, so dass wir gar nicht so recht wußten was wir anziehen sollten. Regenjacke an, dann wars zu warm, Regenjacke aus, dann wars zu nass... Schwierig. Der erste Tag war eigentlich vollständig im Urwald. Zusammen mit dem Regen und den aufziehenden tiefen Wolken sah das richtig verzaubert aus. Alles komplett mit einer dicken, weichen und kuscheligen Moosschicht bewachsen, immer wieder Wasserfälle, einfach toll. Für alle Herr der Ringe Fans: Hier wird sich Jackson die Inspiration für Fangorn geholt haben, den Wald der Ents. Genau so kamen wir uns hier vor.
Bei einer kurzen Mittagspause auf der Howden Hut sind wir dann das erste Mal mit einer neuseeländischen Truppe ins Gespräch gekommen, die wir dann die nächsten Tage immer wieder getroffen haben, da sie die gleichen Etappen geplant hatten. Das war sehr lustig, und erstaunlich, was die alles aus ihrer Rucksäcken gezaubert haben, und das, obwohl sie schon 2 Übernachtungen länger unterwegs waren als wir! Am letzten Tag hatten sie immer noch eine frische Zitrone und Petersilie dabei, mit der sie dann abends gekocht haben. Und am Zielpunkt hatten sie auch ratzfatz noch schnell ein Picknick aufgefahren, um die Wartezeit auf den Bus zu verkürzen. Mir kam es so vor, als ob die nur Essen dabei hatten, und keine Klamotten in den Rucksäcken hatten.
Wir dagegen: Trockenfleisch, Müsliregel, Knäckebrot, und "Backcountry Cousine" Fertiggerichte für Abends. Die sahen so appetitlich aus, aber als wir sie dann am ersten Abend auf der Mackenzie Hut probiert hatten, war mein erster Kommentar "Geiler Schleim!" (daher auch der Titel des Posts). Und das stand uns dann am nächsten Abend gleich nochmal bevor. Die Vorfreude war groß...
Am nächsten Morgen sind wir dann mit Regen aufgewacht. Vorhersage des Hut Wardens: es wird noch schlimmer am Nachmittag. Ganz toll. Schnell noch etwas Frühstück reingedrückt. Andi hatte zum Frühstück Porrigde (Andrea: "Geiler Schleim!"). Ich hatte wenigstens Knäckebrot, mal was halbwegs festes.) Da wir erstaunlich gut und dank Ohropax auch lang geschlafen hatten, kamen wir erst etwas später weg. Aber da uns eh klar war, dass wir nass werden würden, war dass jetzt auch schon egal.
Los gings, am Anfang noch im Regenwald, aber bald darauf steil in Serpentinen bergauf, um einen Bergkamm herum, und dann entlang der Flanke des Hollyford Valleys. Und ab da wurds lustig. Eigentlich könnte man es auch als Wasserfallwanderung bezeichnen. Der Weg hat sich in einen mehr oder weniger tiefen Bach verwandelt, teilweise bis knöcheltief und noch mehr. Und das dann bis zur nächsten Hütte. Und dazu ein ziemlich heftiger Wind, der einem den Regen fast horizontal ins Gesicht getrieben hat. Also, Kopf runter und durch. Aber egal, es gab eh nichts zu sehen. Das Hollyford Valley war unten in den Wolken, die Bergspitzen über uns waren in den Wolken. Immerhin konnten wir geradeaus gucken und hatten da ganz gute Sicht. Sehr schade, denn das war eigentlich der Abschnitt mit den tollsten Ausblicken, auf insgesamt 3 Täler.
Ich habe mich nur gefragt, wo das ganze Wasser auf dem Weg und in den Flüssen herkam. Denn wir waren eigentlich nicht weit entfernt von den Gipfeln. Als wir dann den Harris Saddle überquert hatten, hatten wir auch etwas Ruhe vor dem Wind und konnten die Aussicht auf die Hochebene und den Lake Harris genießen. Und ich habe mir eingebildet, dass der Regen hier auch nicht mehr so stark war, aber wahrscheinlich hab ich ihn einfach schon nicht mehr wahrgenommen.

Nach Überquerung des Sattels waren wir auch schon gleich an der Routeburn Falls Hut, unsere 2. Station. Wirklich sehr schön gelegen, später am Abend kamen sogar ein paar kleine blaue Fetzen des Himmels durch die Wolken, mit Regenbogen und nebligem Blick ins Routeburn Tal. Zum Glück war auf den Hütten abends ein Holzofen an, sonst wäre es wahrscheinlich sehr ungemütlich geworden. Aber unsere Rücksäcke waren dicht, und wir konnten abends was trockenes anziehen. Die ganze Gore Tex Regenkleidung und Wanderschuhe hatte nicht wirklich viel gebracht. Aber wahrscheinlich wäre es ohne noch schlimmer geworden. Zumindest in den Schuhen war es mir nie ungemütlich, auch wenn ich abends beim Ausziehen gemerkt habe, wie nass der Innenraum und die Socken dann doch waren. Nach einem Abendessen mit nochmal geilem Schleim sind wir dann aber auch bald ins Bett.




Der letzte Morgen überraschte uns dann mit strahlend blauem Himmel und einem wunderbaren Sonnenaufgang. Irgendwie unwirklich, nach den ersten 2 Tagen. Da wir leider um 14 Uhr den Bus erwischen mussten, der uns zurück nach Queenstown bringen sollte, konnten wir nicht noch etwas Zeit auf der Hütte verbringen. Ich bin aber dennoch ein kleines Stück des Wegs zurückgegangen, um von dort die Aussicht auf die Berge und das Tal, in dem der Routeburn silbern glitzterte, zu genießen. Durch das ganze Dreckwetter haben wir hier oben auch keinen einzigen Kea (neuseeländischer Bergpapagei) gesehen, auf die sich Andi schon so gefreut hatte. Aber wir haben ja noch eine Chance auf dem Kepler Track.
Der letzte Tag war dann echt traumhaft. Abstieg ins Routeburn Tal, und dann entlang des Flusses bis zum Parkplatz. Immer wieder neugierige kleine Vögel am Wegrand (ich glaube, das waren Robins), die uns interessiert zugeschaut haben. Hier sind wir dann auch ein Stück mit der neuseeländischen Wandertruppe zusammengegangen, die uns dann auch ein bisschen was von ihren Wanderungen erzählt haben, und wie sehr sie gerne nochmal nach Europa möchten.
Zurück im Bus sind uns allen dann fast sofort die Augen zu gefallen. Durch den Regen und das kalte Wetter ist so eine Wanderung dann doch noch mal anstrengender. Und abends haben wir das erste Mal wieder feste Nahrung zu uns genommen: Rinderfilet und Garnelen, selbst am Tisch auf einem heißen Stein gegrillt, dazu eine Flasche Sauvignon Blanc und perfekter Blick auf den Lake Wakatipu, was will man denn mehr vom Leben... Die Strapazen waren schnell vergessen.

Samstag, 29. Januar 2011

Touristen, die zu viel Geld haben (Teil 2)

Nach dem Ausflug auf dem Doubtful Sound kam ich fast mit Minderwertigkeitskomplexen zurück. Wahnsinn, wieviele digitale Spiegelreflexkameras mittlerweile rumfotografieren. Und was die dann für eine Ausrüstung haben! Sehr schön fand ich die Mitreisenden, die ihre 2000 € +x Kamera dann ohne Gegenlichtblende genutzt haben. Anstatt dessen haben sie lieber die Blende falsch herum auf das Objektiv geschraubt, so dass sie nur mit Mühe und 2 Finger Gefriemel den Zoom von ihrem 1000 € Objektiv bedienen konnten. Wahrscheinlich weil der Verkäufer im Media Markt (oder eben das vergleichbare in dem jeweiligen Land) ihnen gesagt hat: " Das ist die Gegenlichblende, die schraubt man bei Gegenlicht vor das Objektiv, daher der Name." Dass man die Blende aber am besten immer vorne dran hat, und nur dann runternimmt, wenn man den internen Blitz der Kamera vewendet, ist wahrscheinlich schon erweitertes Profiwissen. Das braucht man ja nicht, bei so nem Equipment... 
Oder ein französisches Paar mit 2 kleinen Kindern, wobei die Frau eine Canon Ausrüstung hatte, die ca. 5000 € gekostet hat. Das volle Programm, inklusive zusätzlichem Batteriegriff und Riesenobjektiv. Ich hoffe nur für sie, dass sie professionelle Fotografin ist, ansonsten --> siehe Titel des Posts. Aber da sie eigentlich ständig nur um ihre Kinder rumgerannt ist und diese fotografiert hat (die wunderschöne Umgebung des Doubtful Sounds ist ja auch nebensächlich), was nicht sonderlich professionell aussah, glaube ich nicht an das Professionelle in ihr.
Kurz und gut: Wahnsinn, was die alle für ne Kamera und Riesenobjektive haben. Aber zum Glück hab ich ja nen großen Fernseher zu Hause und fahre ein kleines Auto... (gell, Uli?) Sonst käme ich mir noch unterausgestattet vor...

Montag, 24. Januar 2011

Sound of Silence

Schwer beeindruckt von der Schönheit und Energie der Natur sind wir heute von unserem Overnight Cruise im Doubtful Sound zurückgekommen. Das wollten wir vor zwei Jahren auch schon machen, hatten damals aber keine Plätze mehr bekommen. Diesmal hat es aber geklappt!
Der Doubtful Sound liegt im Fiordland Nationalpark, der zum Te Wahipounamu-Weltnaturerbegebiet der Unesco gehört. Er ist etwas abgelegener und touristisch deutlich weniger erschlossen als der große Bruder Milford Sound. Schaut Euch das mal bei Google Maps an, damit Ihr eine Idee von den Örtlichkeiten bekommt. Oder auf den Fotos, die ich gerade hochgeladen habe.

Die Tour beginnt mit einer Fahrt von Te Anau nach Manapouri. Den Lake Manapouri haben wir mit einem Boot überquert, angeblich der schönste See Neuseelands (wer immer das auch entschieden hat...). Bei der Überfahrt kam schon etwas die Sonne durch, die steilen Bergwände und die Gipfel waren aber zumeist noch mit Wolken verhangen. Die Wettervorhersage des Kapitäns: "Folks, the forecast looks very good for the next two days, 50% chance of sunshine and 50% chance of rain." Normalerweise liegt die Regenwahrscheinlichkeit hier bei 90 % und höher, da es über 200 Regentage im Jahr gibt. Und mit Regen meinen die richtigen Regen, kleine Schauer werden da nicht mitgezählt.  Also, wir scheinen Glück zu haben!

Am anderen Ende des Sees am Westarm müssen wir dann den Wilmot Pass per Bus überqueren. Die Passstraße wurde erbaut, um das schwere Gerät zu dem unterirdischen Wasserkraftwerk zu bringen, das in Westarm in den 60ern gebaut wurde. Die Wasseroberfläche des Sees liegt ca. 180 m über dem Meeresspiegel am Doubtful Sound, so dass über Tunnel das Wasser zu den Generatoren herabfällt, und dort die Energie erzeugt wird. Interessant ist auch, dass der See knapp 500 m tief ist, das heißt, dass knapp 300 m in der Tiefe unterhalb des Meeresspiegels liegen.

Das Kraftwerk ließen wir links liegen und sind in den Bus umgestiegen. Unser Busfahrer Chris: "For those who don´t like steep and winding mountain roads: enjoy the trip. The brakes are tested once a year - the appointment is for tomorrow."
Da in Neuseeland nicht so viel gebremst wird, sind wir wohlbehalten am Schiff angekommen. Unsere Kajüte "Atlantic" mit zwei Doppelstockbetten haben wir mit einem australischen Paar geteilt. Sehr nett und lustig, leider haben beide "etwas" geschnarcht, wie sich später herausgestellt hat. Aber darauf muss man sich halt einlassen, wenn man Geld bei der Unterkunft spart.
Und los gings: erstmal Schiff erkunden (also wo ist die Bar und wo ist das Aussichtsdeck). Und dann kam auch schon direkt eines der Highlights. Eine große Gruppe Fiordland Bottlenose Dolphins, die auf der Jagd waren. Dort haben wir angehalten, bzw. haben versucht, sie langsam zu verfolgen. Echt toll, wenn die Delfine aus dem Wasser springen, und man sie dann ganz sehen kann. Manche sind bestimmt über 2 m hoch gesprungen.

 

Nach einer Weile waren sie dann aber zu weit weg, und schließlich wollten wir auch noch was anderes sehen. Weiter gings dann vorbei an steilen Fjordwänden, einigen Wasserfällen, und Felsabbrüchen, die durch ein Erdbeben vor 8 Jahren verursacht wurden, das in der Nähe des Fjords sein Epizentrum hatte. Der Regenwald nimmt aber auch diese Stellen relativ schnell wieder in Beschlag. Zuerst kommt das Moos (so dass alles zumindest schon mal weider grün aussieht), bis alles aber wieder zugewachsen ist, dauert es natürlich etwas länger. Aber diese Stellen helfen dem Urwald, sich zu verjüngen. All das wurde sehr schön und lustig von unserem Guide Wattsie erklärt, der cool auf dem Deck abhing, hin und wieder herumschlenderte und wahrscheinlich auch die Sonne genoß.
In einem Ableger des Fjords (Crooked Arm) wurden dann Wasseraktivitäten angeboten. Wir haben uns für das Kajak entschieden, hatten wir ja schließlich schon zwei Mal diesen Urlaub gemacht. Diesmal ging es allerdings mit Einsitzern aufs Wasser. Ohne Spritzschutz und eine extrem wackelige Angelegenheit. Aber das Meer war halbwegs ruhig, so dass keiner umgekippt ist. Und mit der Zeit hat man sich dann auch immer besser daran gewöhnt. Wir hatten extra unsere wasserdichte Einwegkamera eingepackt, aber bei dem Rumgeschaukel auf dem Kajak haben wir am Anfang erstmal schön das Plastik angetatscht, hinter dem die Linse ist. Da wir uns aber vorher noch schön dick mit Insektenschutz gegen die lästigen Sandflies eingerieben hatten, hat das Mittel das ganze Plastikgehäuse angegriffen und richtig eingetrübt... Mist! Zum Glück konnte man aber die eigentliche Kamera aus dem Gehäuse herausnehmen, was ich dann auch an manchen Stellen gemacht habe. Das heißt erstmal geschaut, dass keine Wellen kommen, keiner in der Nähe ist, der einen nass machen oder rammen könnte, dann schnell die Kamera raus, schnell drei Mal abgedrückt und sofort wieder in Sicherheit bringen. Schaun mer mal, ob das was geworden ist. Wenn ja, sind bestimmt ein paar coole Fotos dabei!
Ein gutes Stück weiter unten von Crooked Arm sind wir dann wieder an Bord gekraxelt. Ich hab es halbwegs gut geschafft, Andi ist bei dem Versuch, auf den Anleger zu kommen, leider etwas weggerutscht und hat sich das Knie und das Schienenbein angehauen. Gab einen schönen blauen Fleck und ne dicke Beule, aber zum Glück nichts wirklich Schlimmes. Wir haben dann erstmal einen Eisbeutel besorgt, um die Schwellung nicht ganz so groß werden zu lassen.
Am Ende des Arms haben wir einen weiteren Zwischenstopp eingelegt. Diesmal schwimmen im Fjord. Richtig erfrischend nach der Kajaktour, bei 19°C Wassertemperatur! Die Langweiler sind über eine Seitentreppe rein, die anderen über eine kleine Trittleiter über die erste Reling, waren wohl knapp drei Meter Sprunghöhe. Das letzte Mal, dass ich einen Köpper aus der Höhe gemacht habe, war wahrscheinlich in der Schulzeit. Aber hat voll Laune gemacht, und ich bin direkt nochmal hoch, nachdem ich mich etwas warmgestrampelt hatte, und mich an die Wassertemperatur gewöhnt hatte (und Andi im Wasser begrüßt hatte, die über die Seitentreppe reinging...).
Interessant war das Wasser. Überhaupt nicht salzig, so gut wie Süßwasser, braun und wenn man nach unten geschaut hat, tiefschwarz. Etwas unheimlich, wenn man unter Wasser die Augen aufgemacht hat. Das Wasser war allerdings nicht durch irgendwelche Schmutz- oder Schlammteilchen so braun, sondern weil hier eine Schicht aus ein paar Metern Süßwasser (durch die vielen Regenfälle) auf der eigentlichen salzigen Meerwasserschicht liegt, die sich so gut wie nicht vermischen. Das Wasser an sich war total klar. Da aber trotzdem kein Licht in die tieferen Bereiche trifft, sollen sich hier Tierarten angesiedelt haben, die man sonst nur in der Tiefsee findet. Noch ein Grund, nicht weiter in die schwarze Tiefe abzutauchen.

Nach einer heißen Aufwärmdusche gings dann weiter, vorbei an einer stinkenden Seebärenkolonie hinaus auf die Tasman Sea, vorbei an Secretary Island, und wieder zurück über den Thompson Sound in den Doubtful Sound. Diesen Teil der Reise können Sie nur sehr selten machen. Aber da wir so ein Schwein mit dem Wetter hatten, und die Tasman Sea dementsprechend ruhig war, konnten wir die Umrundung von Secretary Island machen. Immer wieder begleitet von netten Erklärungen und Anekdoten. Der Name "Doubtful Sound" (früher Doubtful Harbour) kommt z.B. daher, weil der Entdecker James Cook seine Zweifel hatte, ob er jemals wieder aus diesem Hafen (bzw. Fjord) heraussegeln könnte, aufgrund der Enge und der ständigen Westwinde.
Während der Rückfahrt in den Doubtful Sound gab es Abendessen. Ein sehr leckeres Buffet, dazu gab es wie immer eine Flasche Sauvignon Blanc, unseren Lieblingswein hier. Am Tisch saßen wir mit Ian und Kioni aus London, die auf 6-monatiger Weltreise sind. Wir haben uns sehr gut unterhalten und viel gelacht, so dass wir voll die Zeit vergessen hatten, und dementsprechend die letzten waren, die in die Kojen gegangen sind (wie immer).

Vorher sind wir allerdings noch auf das Aussichtsdeck gegegangen, um unseren Ankerplatz im First Arm noch etwas zu genießen. Sehr schön und idyllisch, immer wieder unterbrochen durch Vogelrufe. Und durch den Überflug der ISS, der Internationalen Raumstation. Wie der Zufall so will, hab ich genau in dem Moment ein paar Nachtaufnahmen gemacht. Wir waren uns zuerst nicht sicher, ob sie es wirklich war, aber wir haben es heute im Internet nachgeschaut, und uns dort versichert. 
Geweckt wurden wir am nächsten Tag vom Anker lichten, um kurz nach sechs. Der Kapitän hat dann auch gleich wieder Fahrt aufgenommen. Als wir dann zum Frühstück oben waren, waren wir schon wieder Mitten auf dem Fjord unterwegs. In der Morgenstimmung mit Sonnenaufgang, wenn die ersten Sonnenstrahlen dann so langsam in die steilen Fjordhänge eintauchen, wirklich wunderschön. Als letztes folgte dann noch ein Abstecher in einen der letzten Seitenarme, vorbei an der höchsten Steilwand im Fjord. Am Ende des Arms hat uns der Kapitän dann gebeten, auf die Aussichtsplattform zu kommen und sich dort ruhig zu verhalten und nicht zu fotografieren, um den "Sound of Silence" genießen zu können. In dieser Zeit hat er auch alles auf dem Boot abgeschaltet, also wirklich absolute (Zivilisations-) Stille. Abgesehen von den Morgenrufen der Vögel und dem Plätschern eines kleinen Wasserfalls. Toll und besinnlich!

Auf dem Rückweg zu Deep Cove, unserer Anlegestelle, sind wir noch einem Little Blue Penguin beim Frühstücken (oder Plantschen) begegnet. Eine weitere Art, die es nur im Fiordland gibt, und die kleinste Pinguinart der Welt ist (ausgewachsen gerade mal 1-1,5 kg schwer). Das hat Spaß gemacht, den kleinen Kerl im Wasser plantschen zu sehen. So richtig gestört hat ihn unser Riesenschiff auch nicht, aber er hat trotzdem immer einen ausreichenden Sicherheitsabstand gelassen.
Der Rückweg war dann wieder der gleiche, diesmal mit bestem Wetter auf dem Lake Manapouri. Wir waren einfach nur glücklich, dass wir diesen Ausflug gemacht hatten. Ein tolles Erlebnis!

Mittwoch, 19. Januar 2011

Mist, doch noch erwischt

So, es ist soweit. Meine erste neuseeländische Knolle, von einem Zivilbullen am Lake Tekapo. Angeblich bin ich sehr gefährlich abgebogen, wodurch ein anderer PKW sehr stark bremsen musste. Normalerweise hat der Polizist gemeint, würde ich vor das Verkehrsgericht zur Aussage und Verhandlung vorbestellt, aber er will mal nicht so sein und mich "nur" verwarnen. Das "nur" hat mich allerdings trotzdem 150 Dollar gekostet!
Ich hatte mich eigentlich im Recht gefühlt, bei dem was ich mache. Wenn man hier rechts abbiegt, hat man Vorfahrt vor dem Linksabbieger, der entgegenkommt, aber nicht vor dem Verkehr, der weiter geradeaus fährt (muss man sich hin malen, sonst versteht man es nicht). Genau so war es in meinem Fall. Nur kam von hinten ein weiterer PKW, und ich hatte gedacht, der muss dann langsamer fahren, bis der linksabbiegende PKW von seiner Spur verschwunden ist, und ich dementsprechend genügend Zeit habe zum Abbiegen.
Aber nein, der zweite PKW zieht volles Programm an dem anderen vorbei.
Das aber gleich als rücksichtsloses Fahren auszulegen finde ich trotzdem übertrieben. Der andere mußte halt ein bissl bremsen, aber so schlimm ist das auch nicht. Vielleicht wollten sie auch nur durch die Touristen die Staatskasse etwas sanieren, zu Zeiten der Wirtschaftskrise ;-)

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"Der Antwort auf die Große Frage nach dem Leben, dem Universum und allem." versuchten wir am Lake Tekapo auf den Grund zu gehen. Auf dem kleinen Berg Mount John befindet sich die Universitätssternwarte, von der aus verschiedene Führungen angeboten werden. Wir haben uns natürlich für die ultimative Nachttour interessiert. Um kurz vor Mitternacht war Treffpunkt, aber genau die richtige Zeit für uns Nachtmenschen.
Tagsüber hatten wir bereits den Blick vom Mount John auf das Umland, die Alpen, die Seen, und die ausgestreckte Ebene herum genossen und waren schon gespannt, was die Nacht uns bringen würde.
Zuerst wurden wir mal mit dicken Daunenjacken ausgestattet. So richtig dicke Expeditionsteile. Das war auch nötig, denn tagsüber hat ein kräftiger Wind geblasen, der mir fast die Kamera vom Stativ gehauen hätte. Der Punkt oben auf dem Berg ist sehr exponiert, da rundherum ein weite ausgestreckte Tiefebene ist, eingesäumt von den Alpen.
Am Observatorium angekommen, wurde uns nach einer kurzen Vorstellungsrunde erstmal der Nachthimmel erklärt. Natürlich das wichtigste: das Kreuz des Südens, das Symbol der Neuseeländer. Aber auch wie man es findet, wie es im Zusammenang steht mit anderen Sternen. Dabei habe ich zum ersten Mal Alpha Centauri gesehen, und Beta Centauri. Diese werden hier als die Pointer Stars bezeichnet, weil sie genau in der Verlängerung ihrer Verbindungslinie auf das Kreuz des Südens zeigen.
Dazu kamen dann noch ein paar Sternzeichen, die natürlich auf der Südhalbkugel alle auf dem Kopf stehen. Den Vorschlag des Guides, einen Kopfstand zu machen, um sie richtig rum zu sehen, habe ich dann aber trotzdem ignoriert. Sehr schön war, dass die Führer einen starken Laserpointer hatten, mit dem sie direkt am Nachthimmel die Sternenkonstellationen zeigen konnten. Eine tolle Idee, von der ich nicht geglaubt hätte, dass es funktioniert. Jeder in der Gruppe konnte so nachvollziehen, um was es gerade ging (bis auf die Chinesen oder Taiwanesen, die zwar ne Viertelstunde fleißig zugehört haben, aber anscheinend kein Wort verstanden hatten. Zum Glück (oder in weiser Voraussicht?) hatte der Anbieter noch einen Führer dabei, der Mandarin konnte).
Die Teilnehmer mit Spiegelreflexkameras (also ich) konnten dann ihre Maschinen bei einem weiteren Führer abgeben. Die Kameras wurden auf einem großen Stativ befestigt, das die Erdrotation ausgleicht und sich dementsprechend mitdreht. Dadurch sind lange Belichungszeiten von 4 Minuten des Sternenhimmels möglich, ohne dass die Sterne in Strichen verschmieren.
Auf dem Gelände waren verschiedene Teleskope aufgebaut, betreut von mehreren Guides, die immer wieder was anderes gezeigt hatten, und man selbstständig von einem zum nächsten gehen konnte, um zu sehen, was es dort gerade zu beobachten gibt.
Wirklich toll und in sagenhafter Schärfe waren der Mond und Saturn zu sehen. Ich hab das zu Hause mit meinem Hobbyteleskop ja auch mal probiert, was aber natürlich kein Vergleich zu deren Ausrüstung ist. Andere Highlights waren Alpha Centauri (unser nächster Nachbarstern, ca. 4 Lichtjahre entfernt, nur auf der Südhalkugel zu sehen), Sirius (der hellste Stern am Himmel, im Teleskop hat das fast schon in den Augen weh getan), und natürlich die Galaxien, Sternenhaufen, Nebel ...
Der krönende Abschluß war dann der Blick durch ein 60 cm Teleskop. Ein Riesengerät, vor allem mit den ganzen Armen zur Positionierung und den Messinstrumenten. Mit bloßem Auge ist der Ausschnitt am Himmel winzig klein und leer, durch das Riesenteleskop betrachtet ist dort ein Stern am Nächsten. Allein in dem Bildfeld 1 (!) Million Sterne. Wahnsinn, und wieder ein Moment, in dem man sich richtig klein fühlt (ja, auch ich!).

Schön war auch die Reaktion der anderen Teilnehmer. Eine Gruppe von 3 Mädels aus Deutschland lag sich nach Anblick des Saturns in den Armen und hat gekichert vor Freude: "Ich hab den Saturn gesehen, ich hab den Saturn gesehen!" Das hat mich wirklich gefreut und wieder gezeigt, mit welch "einfachen" Mitteln man die Leute von Naturwissenschaft begeistern kann.
Kurz darauf war die Führung leider auch schon vorbei, um 2 Uhr nachts waren wir dann wieder unten am Parkplatz.

Dienstag, 18. Januar 2011

Kulturschock

Nachdem wir die Westküste runter gefahren sind, und uns entschieden haben, die Alpen diesmal über den Arthur´s Pass zu überqueren, haben wir in dem "Ort" Jacksons den schönsten Campingplatz Neuseelands gefunden (vielleicht sogar weltweit, aber man will ja nicht vermessen sein). Jacksons Retreat hat eine wunderschöne Anlage, in den Berghang integriert, und an einer Seite offen, so dass man aus dem Aufenthaltsraum einen fantastischen Blick über das Tal hat. Der Raum selbst ist sehr schön gestaltet, alles aus Holz, gemütliche Couchecke mit Kamin, einer Küchenzeile zum Kochen, draußen auf der Terasse der Barbie mit Ausblick, die Sanitäreinlagen mit Top-Duschkabinen, alles neu, super sauber. Insgesamt so viele kleine Details, dass man wirklich merkt, mit welcher Mühe die Besitzer das alles eingerichtet haben, und sich auch darum kümmern.
Der Gegensatz dazu: nach langer Fahrt über den Arthur´s Pass, an Christchurch vorbei sind wir abends am Lake Tekapo Holiday Park angekommen. Total unfreundliche Typen an der Rezeption, laut, schmutzig, dreckig, viel zu wenig Sanitäreinrichtungen und proppenvoll, ein Zelt oder Wohnmobil an dem anderen. Die näheren Details erspare ich Euch lieber. Alles einfach nur hingerotzt. Wirklich widerlich.

Der Unterschied zu den beiden Nächten in Jacksons Retreat war wirklich krass. Natürlich noch verstärkt durch die lange Autofahrt, das schlechte Wetter und Windstärke 9, bei der wir versucht haben, mit unserem kleinen Campingkocher was zu kochen. Vor den Dreckküchen des Platzes haben wir uns an dem Abend geekelt.

Am nächsten Tag gings dann etwas besser, da hat aber auch die Sonne geschienen, und wir haben halbwegs ausgeschlafen. Ursprünglich hatten wir vor, uns direkt was neues zu suchen. Aber wir sind dann doch dageblieben und haben uns durchgekämpft. Nachts wartete schließlich die Stargazing Tour im Mount John Observatory auf uns, auf die ich schon richtig gespannt war.

Samstag, 15. Januar 2011

Touristen, die zu viel Geld haben

Auf dem Weg runter zur Westkueste haben wir vorgestern den klassischen Touristenmietwagen vor uns gehabt. Am Steuer die Mutti, wahrscheinlich weil der Vatti zuviel gesoffen hatte, und Vatti als Beifahrer. Da die Strassen sehr kurvig waren, ist Mutti recht langsam dahingeschlichen (ein neuseelaendischer LKW faehrt auf solchen Strassen trotzdem mindestens 100). Daher hatte ich genug Zeit mich darueber zu amuesieren.
Ich tippe mal auf Fruehrentner, die auch gerne mal Golf spielen (sehr beliebt in Neuseeland), evtl aus Deutschland, das ist aber nur Spekulation. Lustig war, dass Papi waehrend der Fahrt das Navi bedient hat, das auf der Beifahrer Seite hing. Wahrscheinlich damit ihm nicht langweilig wird, und er auch was zu tun hat.
Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, fuer was man in Neuseeland ein Navi braucht. Im Zweifelsfall gibts eh nur eine Strasse, und die Ortschaften bestehen aus der Hauptstrasse, und wenn es hochkommt noch aus einer Nebenstrasse.
Aber zur Sicherheit haben die beiden sich wahrscheinlich lieber ein Navi fuer 10 Dollar pro Tag dazugemietet. Man weiss ja nie. Geld hat man halt...

Mittwoch, 12. Januar 2011

Queen Charlotte Track und Sea Kayak auf dem Kenepuru Sound

So, wieder zurück aus dem Urwald. Die letzten vier Tage waren ziemlich anstrengend und aufregend, aber auch echt klasse. Wir sind die ersten 2 Etappen des Queen Charlotte Tracks gewandert, mit Übernachtung im Zelt. Mit dem Wassertaxi wurden wir morgens zum Startpunkt gefahren, der Ships Cove. Alles historische Buchten, da James Cook hier sehr oft hingekommen ist und sein Lieblingsort von Neuseeland gewesen sein soll, und daher auch die Buchten alle nach ihm benannt sind. Im Nachhinein kann ich das bestens verstehen, dass es ihm hier so gut gefallen hat. Mittlerweile gehören die Marlborough Sounds auch zu meinen Lieblingsorten hier.
Die Fahrt mit dem Boot war toll. Raue See, tiefschwarze Wolken, aber durch manche Lücken kam auch die Sonne durch. Eine beeindruckende Stimmung, inklusive Doppelregenbogen. Trotz High Tech Kamera hab ich den aber leider nicht ganz draufgekriegt. D.h. wenn ich wieder zurück bin, kauf ich mir erstmal ein gescheites Weitwinkelobjektiv ;-)
Vom Boot aus haben wir schon mal einen Eindruck von so einigen tollen Häusern bekommen. Keine große Villen, sondern recht einfache Häuser, ein paar größere Anlagen, aber alles sehr unauffällig in den Busch integriert. Insgesamt auch angenehm für uns. Dadurch, dass der Track nicht am Ende der Welt ist, sondern zumindest in manchen Buchten zivilisiert ist, konnten wir unser schweres Campinggepäck auch zu den Zeltplätzen transportieren lassen, bzw hätten auch in anderen Unterkünften schlafen können. Wir haben uns aber für das Zelt entschieden, und mußten daher zum Glück nicht alles mitschleppen. War ja schließlich auch unsere erste größere Wanderung.
Pünktlich zum Start in Ships Cove hat es dann angefangen zu regnen. Das war angenehm, da es nur leichter Nieselregen war und angenehm gekühlt hat. Interessant ist auch, dass solcher Regen hier anscheinend normal ist, und noch nicht mal in den Wettervorhersagen erwähnt wird. Laut Wetterbericht war der letzte Regenfall auf dem Track am 7. Dezember. Komisch. Allein in den 4 Tagen, die wir in Marlborough Sounds waren, hatte es bereits 3 Mal geregnet. Aber das zählt wahrscheinlich nicht, weil keine Straßen überflutet wurden oder so...
Egal, weiter gings, schöner Waldwanderweg durch den Urwald. Immer wieder beeindruckend, wenn sich der Wald etwas gelichtet hat und man entweder Blick auf die Sounds hatte, oder Blick auf den Urwald, wie eine grüne Wand aus großen Farnen. Leider gab es davon auf der ersten Etappe relativ wenig Ausblicke. Während der Wanderung hatte sich immer mal wieder die Vegetation geändert. In einem Teil davon haben irgenwelche Grillen gehaust. Die haben einen solchen Radau beim Grillen gemacht, da hast Du fast Dein eigenes Wort nicht mehr verstanden. Und das Meer hat man in den Teilen sowieso schon nichs mehr gehört. Wahnsinn, hoffentlich halten die wenigstens abends ihre Klappe, sonst wird das nix mit Schlafen.

Später wurde das Wetter dann richtig gut, und unser Etappen-Abschluß-Ale in der Furneaux Lodge haben wir dann bei Sonnenschein genossen. Dabei sind wir mit 2 Neuseeländern ins Gespräch gekommen. Beide schon gut einen im Tee, aber sehr lustig. Dabei hat sich dann herausgestellt, dass der eine (norwegischer Auswanderer) der Kapitän auf der Fähre ist, mit der wir auf die Südinsel übergesetzt sind. Jetzt waren sie mit ihrem Segelboot zu einem Kurzurlaub in den Sounds. Als beide sich dann verabschiedet haben, weil sie noch in eine andere Bucht segeln wollten, hab ich mir nur gedacht: Junge, hoffentlich ist der bei der Arbeit etwas verantwortungsvoller und nüchterner.
Am Nachmittag wurden wir dann von einem Wassertaxi zu der Bucht gefahren in der unser Zeltplatz lag. Der Platz war sehr einfach, 1 Haus, 2 Klos und 3 Wasserhähne, das wars. Von außen sind die Plätze überhaupt nicht zu erkennen. Zum Glück auch keine Grillen in der Nähe, so dass es nur schönes Vogelgezwitscher gab.
Die Etappe am 2. Tag war die wesentlich längere. Insgesamt 25 km, immer wieder hoch und runter. Aber jetzt bei besserem Wetter, immer wieder tolle Ausblicke, links auf den Queen Charlotte Sound und rechts auf den Kenepuru. Zum Schluss hat sich der Weg dann aber ziemlich gezogen. Man hat zwar irgendwie das Ziel schon vor Augen gehabt, aber dann kam wieder eine Kurve, noch ein Anstieg, so dass wir zum Schluss ziemlich kaputt waren, als wir im Portage Bay Resort Hotel ankamen. Die Anlage hat auf uns wie ein paradiesischer Garten gewirkt. Leider waren wir erst in der nächsten Nacht dort eingebucht, die Nacht nach der Wanderung haben wir noch im Zelt verbracht. Mit den schmerzenden Füßen und der trockenen Kehle haben wir das in dem Moment schon bereut, als wir die Anlage gesehen haben... Im Vergleich dazu die Ausstattung unseres Campingplatzes: 1 Haus, 2 Klos, 3 Wasserhähne. Scheint der Standard hier zu sein.
Egal, die Nacht im Zelt war auf jeden Fall früh zu Ende, da wir morgens von lauten Vogelgesängen geweckt wurden. Ab halb sechs gings los. Eigentlich schön, aber nicht, wenn man noch seine Ruhe haben will und etwas weiterschlafen möchte.
Um 9 Uhr war dann Treffpunkt zur Sea Kayak Tour auf dem Kenepuru Sound. Insgesamt waren wir zu fünft plus unser Guide Catherine, die das alles sehr angenehm gemacht hat. Vormittags eine sehr angenehme, entspannte Tour, auf tiefgrünem Wasser, strahlend blauem Himmel und dieser beeindruckenden grünen Urwaldwand. Die eine Mitfahrerin ist trotz des total glatten Wassers seekrank geworden, mit allem was dazugehört ;-) Wir haben es auf jeden Fall genossen. Zur Frühstückspause haben wir uns an einer Muschelfarm ein paar Green Shell Mussels gepflückt, frisch aus dem Meer, und an einem kleinen Strand zubereitet. Wahnsinn, was für ein Geschmack. Ohne alles, einfach nur frisch und lecker.
Eigentlich wollte ich in der Bucht auch noch kurz ins Meer hüpfen, aber als ich einen Stachelrochen im Wasser gesehen habe, habe ich es mir dann doch noch anders überlegt.
Zum Nachmittag wurde die Tour dann noch richtig anstrengend, als der Wind aufgefrischt hat, und wir im Gegenwind zurückpaddeln mußten. Das Abendessen im Hotel mit Blick auf den Sonnenuntergang über den Sounds hat aber alle Strapazen wieder vergessen gemacht.

Einfach nur wunderschön...

P.S.: In unserem Doppelzimmer mit eigenem Bad haben wir uns in dieser Nacht gefühlt wie Könige. Luxus pur.

Ein Ring sie zu knechten...

... sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.

Nein, keine Sorge - wir sind noch nicht durchgedreht. Heute haben wir endlich die Fotos von unserer Black Abyss Tour (mit Gummireifen) in den Waitomo Caves hochladen können. Einigen von Euch kommt das sicher bekannt vor, denn das haben wir bei der letzten Reise auch schon gemacht. Und weil es so viel Bock gebracht hat, haben wir uns direkt nochmal angemeldet. Lustig war, daß wir einen der Guides schon vom letzten Mal kannten. Zum Glück hatte er sich diesmal den Vokuhila abgeschnitten. Ist ja auch irgendwie vertrauenserweckend, wenn man weiß, daß die Typen das nicht zum ersten Mal machen. Wenn man sie nämlich fragt, ist das garantiert die Antwort!

Endlich konnten wir wieder feuchte Gummianzüge anziehen. Die haben fanden wir ja beim letzten Mal schon so aufregend.... Kommentag der Guides: If you feel they don´t fit, show it to us. We will laugh at you and take some pictures. Geht ja gut los!

Zuerst wurde auf der Wiese das "abseiling" (ja, das heißt hier wirklich so) geübt. Danach mußte sich jeder einzeln von einer Plattform 37 m abseilen. Der Schacht hatte eine Form wie eine Sanduhr, das heißt eine Passage war etwas enger und danach ging es im Dunkeln weiter. Unten angekommen kam als nächstes der Flying Fox (der von Indiana Jones) im Dunkeln mit unzähligen Glowworms, die wie der Sternenhimmel leuchten. Und dann wurde es feucht und kalt: entweder eine Arschbombe mit Autoreifen unterm Hintern oder für die Angsthasen der Weg außenrum über glitschige steile Felsen in den Fluß. Unser Guide Vashtie hat einen Vorwärtssalto gemacht. Und ich Schisser bin schon wieder nicht gesprungen. Mit den Reifen sind wir dann im Fluß getrieben, zum Teil auch gelaufen oder geschwommen. Als alle die Lampen an den Helmen ausgemacht haben, war es stockdunkel (logisch - 70 m unter der Oberfläche!), sodaß man sehen konnte, wie unglaublich viele Glühwürmchen in der Höhle leben. Awesome - wie der Kiwi sagt!
Dann kamen noch ein paar lustige Passagen, wie der "drunken stumble" oder der "birth canal" und ein Arschbombencontest. Wir haben uns gegenseitig mit Matsch eingerieben (hoffentlich war es das auch, denn der guide hat behauptet, es wäre "eel poo"). Naja, macht nix. Wir sind zwei jeweils ca. 3 m hohe Wasserfälle hochgeklettert und waren dann auch schon wieder am Tageslicht. Schön wars! Und beim nächsten Mal springe ich - versprochen!

Samstag, 8. Januar 2011

Neue Entdeckungen

Bislang haben wir zwei geniale neue Sachen entdeckt:

1. Kitty, Daisy & Lewis: richtig coole Musik, die uns auf Anhieb gefallen hat. Das erste Mal im "Funky Fish" in Baylys Beach gehört, und sofort die Bedienung gefragt, was das ist. Müßt ihr unbedingt mal anhören:
http://www.myspace.com/kittydaisyandlewis/music/songs/mean-son-of-a-gun-53096355


2. Vino To Go: Hätten eigentlich auch Pfälzer erfinden können, aber die würden wahrscheinlich über die kleinen Gläser lachen. Auf jeden Fall die richtige Antwort auf Coffe To Go und den ganzen anderen To Go Käse. Das erste Mal entdeckt am Hahei Beach, auf der Suche nach Lunch und Picknick Sachen nach unserer Sea Kayak Tour zur Cathedral Cove.

Mal sehen, was der Rest des Urlaubs noch so bringt!

Freitag, 7. Januar 2011

Interessante Sonnencreme

Andi musste jetzt aufgrund der Stärke der Sonne doch noch schwerere Geschütze auffahren. Jetzt kommt LSF50 statt 30. Die 30er hat zwar fast gereicht, aber bei unserer ersten Sea Kayak Tour hatten wir dann doch ganz leichten Sonnenbrand, aber nichts schlimmes.
Interessant ist die neue Creme. Die ist so "hautfreundlich", dass sich sogar die Innenraumverkleidung unseres Nissan Wingroads auflöst...
Keine Ahnung, was die hier in ihre Sonnencreme packen, aber anscheinend je höher der LSF, desto aggressiver. Naja, viel hilft ja bekanntlich auch viel! Hoffentlich reagiert Andis Haut nicht bald genauso.

Dienstag, 4. Januar 2011

Happy New Year wuenscht Familie Glocke!!!

Wir wuenschen Euch allen ein frohes Neues Jahr 2011! Hoffentlich seid ihr gut ruebergekommen, und habt es an Sylvester ordentlich krachen lassen.
Wir haben aktuell ein paar Probleme, hier einen Internetzugang zu kriegen. Gerade hocke ich auch in an einem Internet Kiosk auf unserem Holiday Park in Waitomo. Hier werben zwar alle, dass sie ganz tolles WLAN haben und so, aber auf den letzten beiden Plaetzen hat wenig bis gar nichts funktioniert.
Sylvester haben wir auf der Coromandel Halbinsel verbracht. Eigentlich wollten wir noch eine Wanderung unternehmen, aber hier ist gerade eine richtige Hitzewelle ausgebrochen. Morgens um acht, wenn ich aus dem Zelt rausgekommen bin und den ersten Kaffee getrunken habe, denke ich schon: Scheisse, Mann, brennt der Planet wieder. Wo ist der naechste Baum?! Wahnsinn. Dementsprechend haben wir das neue Jahr mit Wellenbaden und Bier trinken am Strand begonnen. Auch nicht schlecht, wandern werden wir ncoh genug.

Und ich dachte immer, Pazifik bedeutet "Stiller Ozean"?! Von wegen! Bis zu 2 m hohe Wellen haben uns ganz schoen durcheinander gewirbelt. Aber das hat richtig Bock gemacht!!!

Auf Coromandel und der Fahrt dahin haben wir auch noch eine weitere ganz neue Erfahrung gemacht. Stau in Neuseeland. Haette ich mir vorher auch nicht traeumen lassen. Aber durch die Feiertage und die langen Wochenenden (die Feiertage, die auf ein Wochenende fallen werden montags und dienstags nachgeholt) war hier jeder unterwegs.

Morgen brechen wir dann auf nach Wellington. Wird ne ziemliche Gurkerei darunter, ca. 8 Stunden. Und uebermorgen nehmen wir dann die Faehre auf die Suedinsel. Da hoffe ich dann, dass es wieder etwas weniger busy ist...

Freitag, 31. Dezember 2010

Unendlich lange Strände

Der Urlaub hat jetzt so richtig begonnen! Nachdem der erste Tag total verregnet war, und wir nur im Reiseführer gelesen haben, war der nächste Tag bestens. Wir sind mit einem ausgedehnten Strandspaziergang gestartet, so, wie ich mir den Beginn des Urlaubs vorgestellt habe. Traumhafter, langer Sandstrand, eingesäumt mit mächtigen Sanddünen, angenehmer Wind und barfuss durch die anrauschenden Wellen waten. Genial...
Die Wellen waren teilweise bestimmt 4 Meter hoch, was manche Kiwis aber dennoch nicht vom baden abhält. Ich konnt mich gerade noch beherrschen, bei so einer Brandung ins Meer zu hüpfen.
Am Nachmittag sind wir dann ins Landesinnere, zum Trounson Kauri Park, gefahren. Ein Nationalpark, der die ursprüngliche Bewaldung Neuseelands schützt und sowohl bedrohte Tier- als auch Pflanzenwelt wieder ansiedelt. Ein Ort der Ruhe, vor allem nach dem Krach der brechenden Wellen vom Vormittag. Aber auch traurig, wenn man sich überlegt, was der Mensch in 150 Jahren zerstört hat, als es auf großen Teilen der Insel noch die Urwälder gab.
Am späten Nachmittag sind wir dann nochmal zum Strand, zum Maunganui Bluff. In der Abendsonne sogar noch schöner als mein geliebter Baylys Beach. Wir sind ein Teil es Küstenwanderwegs gegangen, wollten eigentlich auf einen der Gipfel, aber haben dann nach eineinhalb Stunden abgebrochen, da es ansonsten zu spät geworden wäre. Der Weg war sehr glitschig und rutschig, um ihn in der Dämmerung zu gehen. Aber trotzdem ein gelungener Ausklang des ersten "richtigen" Urlaubstages.
Abgesehen davon, dass wir abends so spät wieder zu Hause waren, dass die Küche im "Funky Fish" schon geschlossen war. Unsere letzte Hoffnung war dann der Fast Food Laden ein Stückchen die Straße hoch. Das Schild "Yes, we are open!" regte schon unseren Speichelfluss an, als ich dann aber die Tür öffnen wollte: verschlossen. Und von drinnen schrie eine hysterische Alte: "We are closed!!!" Als ich schulterzuckend auf das Schild deutete, kam sie gleich angerannt und riss es ab.
Und ich dachte, alle Neuseeländer sind freundlich und cool. Aber auch hier gibts wohl Arschlöcher...