Mittwoch, 19. Januar 2011

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"Der Antwort auf die Große Frage nach dem Leben, dem Universum und allem." versuchten wir am Lake Tekapo auf den Grund zu gehen. Auf dem kleinen Berg Mount John befindet sich die Universitätssternwarte, von der aus verschiedene Führungen angeboten werden. Wir haben uns natürlich für die ultimative Nachttour interessiert. Um kurz vor Mitternacht war Treffpunkt, aber genau die richtige Zeit für uns Nachtmenschen.
Tagsüber hatten wir bereits den Blick vom Mount John auf das Umland, die Alpen, die Seen, und die ausgestreckte Ebene herum genossen und waren schon gespannt, was die Nacht uns bringen würde.
Zuerst wurden wir mal mit dicken Daunenjacken ausgestattet. So richtig dicke Expeditionsteile. Das war auch nötig, denn tagsüber hat ein kräftiger Wind geblasen, der mir fast die Kamera vom Stativ gehauen hätte. Der Punkt oben auf dem Berg ist sehr exponiert, da rundherum ein weite ausgestreckte Tiefebene ist, eingesäumt von den Alpen.
Am Observatorium angekommen, wurde uns nach einer kurzen Vorstellungsrunde erstmal der Nachthimmel erklärt. Natürlich das wichtigste: das Kreuz des Südens, das Symbol der Neuseeländer. Aber auch wie man es findet, wie es im Zusammenang steht mit anderen Sternen. Dabei habe ich zum ersten Mal Alpha Centauri gesehen, und Beta Centauri. Diese werden hier als die Pointer Stars bezeichnet, weil sie genau in der Verlängerung ihrer Verbindungslinie auf das Kreuz des Südens zeigen.
Dazu kamen dann noch ein paar Sternzeichen, die natürlich auf der Südhalbkugel alle auf dem Kopf stehen. Den Vorschlag des Guides, einen Kopfstand zu machen, um sie richtig rum zu sehen, habe ich dann aber trotzdem ignoriert. Sehr schön war, dass die Führer einen starken Laserpointer hatten, mit dem sie direkt am Nachthimmel die Sternenkonstellationen zeigen konnten. Eine tolle Idee, von der ich nicht geglaubt hätte, dass es funktioniert. Jeder in der Gruppe konnte so nachvollziehen, um was es gerade ging (bis auf die Chinesen oder Taiwanesen, die zwar ne Viertelstunde fleißig zugehört haben, aber anscheinend kein Wort verstanden hatten. Zum Glück (oder in weiser Voraussicht?) hatte der Anbieter noch einen Führer dabei, der Mandarin konnte).
Die Teilnehmer mit Spiegelreflexkameras (also ich) konnten dann ihre Maschinen bei einem weiteren Führer abgeben. Die Kameras wurden auf einem großen Stativ befestigt, das die Erdrotation ausgleicht und sich dementsprechend mitdreht. Dadurch sind lange Belichungszeiten von 4 Minuten des Sternenhimmels möglich, ohne dass die Sterne in Strichen verschmieren.
Auf dem Gelände waren verschiedene Teleskope aufgebaut, betreut von mehreren Guides, die immer wieder was anderes gezeigt hatten, und man selbstständig von einem zum nächsten gehen konnte, um zu sehen, was es dort gerade zu beobachten gibt.
Wirklich toll und in sagenhafter Schärfe waren der Mond und Saturn zu sehen. Ich hab das zu Hause mit meinem Hobbyteleskop ja auch mal probiert, was aber natürlich kein Vergleich zu deren Ausrüstung ist. Andere Highlights waren Alpha Centauri (unser nächster Nachbarstern, ca. 4 Lichtjahre entfernt, nur auf der Südhalkugel zu sehen), Sirius (der hellste Stern am Himmel, im Teleskop hat das fast schon in den Augen weh getan), und natürlich die Galaxien, Sternenhaufen, Nebel ...
Der krönende Abschluß war dann der Blick durch ein 60 cm Teleskop. Ein Riesengerät, vor allem mit den ganzen Armen zur Positionierung und den Messinstrumenten. Mit bloßem Auge ist der Ausschnitt am Himmel winzig klein und leer, durch das Riesenteleskop betrachtet ist dort ein Stern am Nächsten. Allein in dem Bildfeld 1 (!) Million Sterne. Wahnsinn, und wieder ein Moment, in dem man sich richtig klein fühlt (ja, auch ich!).

Schön war auch die Reaktion der anderen Teilnehmer. Eine Gruppe von 3 Mädels aus Deutschland lag sich nach Anblick des Saturns in den Armen und hat gekichert vor Freude: "Ich hab den Saturn gesehen, ich hab den Saturn gesehen!" Das hat mich wirklich gefreut und wieder gezeigt, mit welch "einfachen" Mitteln man die Leute von Naturwissenschaft begeistern kann.
Kurz darauf war die Führung leider auch schon vorbei, um 2 Uhr nachts waren wir dann wieder unten am Parkplatz.

1 Kommentar:

  1. Oh Mann, endlich bin ich mal wieder zum Blog-Lesen gekommen und dann gleich so tolle Erzählungen. Saugeil! Da wär ich auch supergern dabei gewesen. Weiter so... :o) GlG Nicole

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